21. August 2015: Aufmarsch der »Bürgerbewegung Grimma«

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Nur etwa 30 Personen, darunter einige offen erkennbare Neonazis, besuchten am 21. August 2015 den Aufzug der »Legida«-Vorfeldorganisation »Bürgerbewegung Grimma«. Zu ihnen sprachen, nachdem Oberbürgermeister Matthias Berger eine Steckdose zur Verfügung gestellt hatte, die »Legida«-Funktionäre Markus Johnke und Jörg Hoyer sowie Sebastiano Graziani, der angesichts der Flüchtlingszahlen von einem bevorstehenden »Untergang Deutschlands« fabulierte, gegen die vermeintliche »Lügenpresse« hetzte und der Meinung war, Deutschland sei von den USA besetzt.

Dennoch schlug den Rassisten eine erstaunliche Diskussionsbereitschaft entgegen. Ungefähr zwanzig kritische Zuhörer waren erschienen – jedoch nicht, um die irrationale rassistische und verschwörungsideologische Grundhaltung der Teilnehmer zu entlarven, sondern um ihre vermeintlichen Sorgen ernst zu nehmen und mit ihnen über Stil, Kompetenz, Dialogfähigkeit und die gemeinsame Kritik am Kapitalismus zu reden. Nach einer Weile wurden die Diskutanten von der Anmelderin Marie S. der Versammlung verwiesen.